And the winnel is …

Zugegeben, der 5-l-Wettbewerb ist mit Ende Jänner ziemlich aus meinem Radarfeld verschwunden … Die Zeit vergeht … und andere Dinge werden wichtig … Und dann war dann noch der 11.2.2011, der Tag, an dem Ägypten seinen Präsidenten los wurde. (Und vielleicht nach dem 11.9.2001 der historisch bedeutendste Tag im jungen Jahrtausend.)  Würde gerne darüber bloggen, weil mich die Vorgänge fasziniert haben, aber ich habe zu wenig Einblick und andere können weit mehr und besser darüber bloggen, also lass ich es. Und da war dann noch mein Urlaub, den ich genoss, und den wollte ich nicht verbloggen (2x längeres Schreiben an diesem Artikel reichte).

Dennoch will ich den Wettbewerb – der hier ausgeschrieben wurde und hier teilausgewertet wurde – bombastisch beendigen … Mit ein paar richtig coolen l-igen Wortkreationen …

Ich entschuldige mich ausdrücklich NICHT für schlaflose, l-volle Nächte, von denen ich gleich oder im Nachhinein erfahren habe. Ich entschuldige mich auch nicht für die Schwierigkeiten, die eine Person hatte, mit „Cellulite“ ein sinnvolles Wort zu bilden …

Dabei gäbe es so viele schöne zusammengesetzte Wörter mit Cellulite:

  • Hormonellcellulite
  • Cellulitedellen
  • Vollepullecellulite

Hier taucht wieder ein altes Problem auf, das ich seit Anfang an mit diesem Wettbewerb hatte: Wie grenze ich Wörter, die aus zwei, von Wörtern, die aus drei Wörtern zusammengesetzt sind, ab? Manchmal ist das echt schwierig. „Volle Pulle“ sind natürlich zwei Wörter, aber was ist mit folgenden Begriffen (die mir in wahren Glücksmomenten eingefallen sind)?

  • Frau Holle-Cellulite
  • Halligallilimbus
  • llorellore-Clubbing [sprich: yóreyóreklábbing]

Vielleicht denkt sich die eine oder der andere jetzt: Was bitte schön ist ein „llorellore-Clubbing“? Und bevor ich’s 10x persönlich erklären muss, hier gleich meine Interpretation davon:

llorellore-Clubbing

Ein Clubbing voller lloronas. Mädls, die ständig nur weinen, werden in Mexiko so bezeichnet. *heul* wäre vielleicht eine mögliche Übersetzung für llorellore – auf zum „Heulsusenclubbing“!

llorellore“ würde ich als einen Ausdruck zählen, so wie „snief“ oder *heul* (oder „Frau Holle“ – „Holle“ allein gibt’s ja nicht) oder „jesusmariaundjosef“ (mundartlich besser bekannt unter „jessasmariaundjosef“ oder kurz „jessasmaria“). Aber das ist anzweifelbar. Als aus drei Wörtern zusammengesetzt zählte ich das schicke deutsche Wort „Perlglanzlabello“ (von Marie), das es immerhin auf den zweiten (illegalen) Platz der ästhetischen 5+-l-Wörter geschafft hat.

Platz 3 der ästhetischen Wörter: „Lapislazulilineal“ (von Tanja). Ein Lineal aus Lapislazuli. Irgendwie ziemlich blau, diese Einsendung.

Zurück zu „Perlglanzlabello“ („pearlyshine“ auf gut Deutsch); wenn wir schon versteckte Produktwerbung machen, dann ganz :

Und wenn wir schon bei „Labello“ sind: Da fiel mir zwischendurch einmal das nette Wort „Lethallabello“ ein. Lethal = tödlich. Eine Mordwaffe sondergleichen, dieser Labello. Einmal gegoogelt, und ich war baff: Labello kann wirklich lethal sein. Wer’s nicht glaubt, einfach auf Wikipedia unter „Labello-Fall“ (5 l!) nachlesen. (Unbedingt, es zahlt sich aus!)

Um dem Ziel (= dem Grund der Leserin / des Lesers, diesen Artikel überhaupt zu lesen) endlich näher zu kommen: Drei Wörter haben es jedenfalls ins Stechen geschafft, und die wären:

  • Libellenflügel
  • Alltagsintellektuelle
  • Lapillistelle

Für jedes dieser Wörter habe ich ein besonderes Faible.

„Libellenflügel“ ist einfach das schönste, das ästhetischste Wort, das in diesem Wettbewerb gefunden werden konnte. Bei mir tauchte es nach 5 Minuten Überlegen nach „lamellenlila“ (s. letztes Mal) und „lappalienbelallend“ als drittes Wort auf (worauf ich wusste, so eine Wortsuche ist gar nicht so schwer und auf jeden Fall wettbewerbstauglich) – und ich fand bis heute kein schöneres Wort. Übrigens: „Libelle“ wurde 2004 Gewinner des Wettbewerbs „Das schönste Wort der Kinder“. Ich zitiere:

Mein schönstes deutsches Wort ist »Libelle«, weil ich Wörter mit dem Buchstaben »l« liebe und dieses Wort sogar drei davon hat. Das Wort lässt sich irgendwie so leicht sprechen. Das flutscht so auf der Zunge.

Aber ich finde auch, dass Libellen so schön flattern und genau das erkennt man auch in dem Wort. Das Wort macht, dass man diese Tiere von Anfang an mag und keine Angst vor ihnen hat. Würde das Tier »Wutzelkrump« oder so heißen, dann wäre das nicht so. Ich wüsste gerne, wer sich dieses Wort ausgedacht hat. Der Mensch war bestimmt sehr freundlich. Weil das Wort das freundlichste ist, das ich kenne.

Sylwan Wiese, 9 Jahre – Deutschland

(aus: http://www.deutscher-sprachrat.de/index.php?id=301)

Weiters spricht dafür: Das Wort bedarf keiner Erklärung. Und das Wort „Libellenflügel“ ist nicht nur sprachlich wunderschön – hab ich das schon erwähnt? -, sondern auch optisch:  gegoogelt.

„Alltagsintellektuelle“ gefallen mir sowieso. (Intellektuelle Zombies auch.) Meiner intellektuellen Seite noch mehr. Außerdem war die Erklärung einfach lässig:

Alltagsintellektuelle

– das sind jene Menschen, die ganz immer, selbst in deren Alltag, intellektuell sind.

Und die Vorstellung einer „Lapillistelle“ ist so „griabig“, dass ich jedesmal zusammenzucke vor Freude. Es ist (rein subjektiv) das kreativste aller eingeschickten Wörter. Ach ja, was ist eine „Lapillistelle“ eigentlich?

Lapillistelle

Stelle, wo sich kleine Steine, die beim Vulkanausbruch ausgeworfen werden, ansammeln

Nur „Lapillikulle“ hätte ich noch kuller, äh, cooler gefunden – eine kleine Vertiefung im Boden, die überdurchschnittlich viele Lapilli auffängt … Und jetzt – zum Gewinner! Ich nehme jetzt alle Spannung raus und sage, dass ich enttäuscht bin vom Stechen, das ich mir spannender erwartet hatte. Die TeilnehmerInnen am Stechen haben alleine durch ihre (Nicht-/Zuspät-)Teilnahme das Siegertreppchenbild entschieden, ich brauchte gar nicht mehr auszuwählen.

AND THE WINNER IS … (And the winners are ..)

Sara & Adalbert. Sara & Adalbert waren die einzigen, die die Aufgaben rechtzeitig eingeschickt haben. Sara & Adalbert = Sara. Und Adalbert. Wieweit Adalbert mithalf, weiß ich nicht, Sara und Adalbert haben jedenfalls ihr Wort – „Alltagsintellektuelle“ – ebenso wie die Antworten auf die Aufgaben gemeinsam eingeschickt. Über Saras E-Mail-Adresse.

Sara & Adalbert schickten mir folgende Zeilen zu folgenden Aufgaben:

Aufgabe 1. Erkläre folgendes Wort möglichst genau: „Hallelujawall“

Das Nomen Hallelujawall (der) setzt sich aus den Wörtern „Halleluja“ und „Wall“ zusammen. Dieses Wort ist bekannt dafür im 5-L Wettbewerb Rainer Haudums verwendet worden zu sein. Zwei Teilnehmer dieses Wettbwerbes verstehen unter dem Wort eine schützende Abgrenzung, die durch die gesangliche Lobpreisung eines Gottes entsteht. Der Bereich der von einem Hallelujawall umgeben wird ist im Allgemeinen vor dem Bösen beschützt. Es ist nicht bekannt wie ein Hallelujawall zustande kommt und wieviel Energie es bedarf diesen aufrecht zu erhalten.

Aufgabe 2. Erkläre folgendes Wort in möglichst wenigen Worten: „Galilläalehrling“

„Galilläalehrling“ ist vor allem ein Wort mit einem L zu viel. Ein Galiläalehrling hingegen ist ein auszubildender Nord-Palästinenser, so wie ein Friseurlehrling ein auszubildender Friseur ist.

Aufgabe 3. Beschreibe in 2-3 Sätzen, worüber du auf theologieundleben.wordpress.com gerne alleine oder mit Rainer Haudum bloggen würdest. (Dieses Thema ist nicht verpflichtend, falls du den Hauptpreis gewinnst.)

Über das Universum, die Wichtigkeit sein Handtuch immer dabei zu haben, und über so manche österreichische Eigenheiten – aus dem Ausland betrachtet. Oder anders gesagt: So genau wissen wir das noch nicht.

Ausland = Norwegen. Sara, eine gute alte Freundin seit 1998, wohnt in Norwegen und hat’s geschafft – gemeinsam mit Adalbert. Und das Beste: Norwegen, wir kommen! Meine family macht im Sommer Urlaub in Norwegen, bei Sara & Adalbert, und wenn die beiden wollen, können sie ihren Gewinn = den Blogeintrag auf theologieundleben.wordpress.com bis dahin fertiggestellt haben bzw. ihn mit mir gemeinsam in diesen Tagen schreiben. Ich freu mich auf jeden Fall auf die gemeinsame Zeit!

Platz 2 geht an Tanja für die verspäteten Antworten im Stechen (ursprüngliches Wort: „Lapillistelle“) und Platz 3 an Andrea wegen ihrer Nichtantworten (nach ihrem schönen Wort „Libellenflügel“). Schade … Aber trotzdem: Gratulation an alle drei, besonders natürlich an Sara & Adalbert!

Und als Gute-Nacht-Zuckerl (oder als Zugabe) noch ein paar krasse Ideen (von mir, wenn nicht anders angegeben):

  • die Alleslegalallesegalwelle
  • Illegalitätslegalisierung (von Sara & Adalbert)
  • Lapplandlolli
  • Karamelllolli (von Sara & Adalbert)
  • lollipopladylike (Lollipoplady = Schülerlotsin)
  • tellurlukullisch („tellurlukullisch“ sind üppige, erlesene Speisen aus Erdreichgemüse bzw. deren Genuss – ein Wort für Vegetarier …)

So, das war’s … Bis zum nächsten Mal, dann allerdings wieder ein wenig ernsthafter …

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3 Antworten zu “And the winnel is …

  1. UHUUUOUHOU! ja das hätt ich mir jetzt nicht gedacht.
    Ich möchte an dieser Stelle zwei Sachen loswerden:
    1) Wir haben am Tag VOR dem Einsendeschluss, nach einigen Tagen schwanger-gehen, endlich ein paar Wörter zu (digitalen) Papier gebracht, allerdings wollten wir das feinschreiben erst am nächsten Tag machen – nur da war dann sehr viel los und wir waren beide sehr müde und waren sehr bald im Bett … ich bin dann während des Einschlafens drauf gekommen, dass ich das Email immer noch unabgesendet auf meinem Computer hab … und bin nochmal aufgestanden, hab noch ein paar Wörter in den Erklärungen ausgetauscht und es abgeschickt. Und der Grund des Abschickens war weniger der Wettbewerb als das „ich will Rainer nicht enttäuschen“.
    2) wie vorher schon angedeutet, ich hab das Stechen-Email noch ein wenig verfeinert bevor ichs gemailt hab, aber Adalbert war mindestens genauso aktiv wie ich beim Finden der Wörter und beim Erklären dieser. – Wir hatten sehr viel Spass dabei.

    Danke lieber Rainer für die lustigen Augenblicke, die du uns beschert hast. Wir freuen uns auf Euren Besuch – das mit dem Blog-schreiben machen wir uns noch aus 😉

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