Zelt’ln hinter der Bar!?

Keine Campingzelte und auch kein Cocktail an der Bar – und doch ein ereignisreicher Tag: Das Barcamp Kirche und Social Media 2011 liegt nun schon eine Weile zurück. Genauer gesagt: 1 Monat und drei Tage. Es fand am 12.11. statt. Hm, hätte gedacht, es wäre schon länger her.

Sei es wie es sei, Das war das Barcamp Kirche und Social Media 2011!

Tschüss, bis zum nächsten Mal!

Hm, so leicht werde ich mich wohl nicht davor drücken können. Also – meine Gedanken, meine persönlichen Top Five, von number 5 bis zum absoluten Highlight.

Bevor’s losgeht, zwei Vorbemerkungen zu meiner Session (meine Stichwort-Zusammenfassung meiner eigenen wie auch von anderen Sessions sind hier nachzulesen):

  • Ich kann es nur empfehlen, selbst etwas anzubieten. Es nimmt dich noch mehr mit hinein in das Barcampfeeling. Allerdings sollte es (gut) vorbereitet sein – das war’s bei mir nicht, weil ich mir im Bus am Morgen des Barcamps spontan etwas überlegte.
  • Inhaltlich habe ich von meiner Session mitgenommen, dass jede (kirchliche) Social Media-Aktivität einladend ist bzw. sein kann. Ob man jemanden direkt einlädt zu einer Veranstaltung (per Facebook), oder ob eine Pfarre eine einladende Homepage erstellt, die die Menschen lesen und sich unangesprochen einladen lassen zu dem einen oder dem anderen, bleibt sich ziemlich gleich. Energie braucht beides – einladend Kirche sein (ob in den Social Media oder in real life) heißt Energie, Zeit, Ressourcen einsetzen.

Nach dem Barcamp entdeckte ich auf Facebook auf meiner Pinnwand ungefähr folgenden Eintrag: „Rainer Haudum und X Y haben gemeinsam am Barcamp … teilgenommen und sind jetzt befreundet.“ Stimmt. Hat mich aber doch nachdenklich gemacht, wie weit automatische Verknüpfungen von Veranstaltungsteilnahmen und Freundschaftsanfragen hergestellt werden, die vielleicht nicht einmal immer stimmen. Vorsichtig mit Facebook & Co. umzugehen ist sowieso angebracht. Ich werde mich noch mehr in diese Richtung schlau machen müssen.

Hat Jesus Christus einen Platz in der Stadt? Die Antwort lautet m.E. derzeit „Nein, aber …“, wobei in diesem Fall das „aber“ ausnahmsweise positiv zu deuten ist. In der Session „Social Media & The Holistic Urban Church“ (von Alexander Gewessler) ging es u.a. um die Frage, Was zeichnet eine ganzheitliche Stadtgemeinde aus? Anders formuliert: Was muss eine christliche Gemeinde in der Stadt bieten, um im 21. Jahrhundert ansprechbar und ansprechend zu bleiben? Eine Frage, die mich sehr (brennend!) interessiert. Die (m.E. guten) Antwortversuche der Session haben mir zumindest Denkanstöße gegeben. Sie lauten:

  • Kontextualisierung – Was sind die Bedürfnisse des Stadtteils? Was braucht meine Umgebung? Was braucht meine Stadt?
  • Eine positive Sicht der Stadt einnehmen.
  • Kulturelles Engagement – als Christen (wieder) Teil der Kultur werden (nicht gebäudemäßig).
  • Missionarisches Anliegen – „missionarisch“ denken; kann jemand mit dem, was wir herausgeben etc., etwas anfangen?

Ich werde mich (als Mitarbeiter in einer Stadtpfarre) auf jeden Fall mit dieser Frage weiter beschäftigen (müssen).

Wort des Barcamps: „Ekelgrenzen“. Die klassische Sinusstudie war eines der Eyeopener meines Studiums. War für mich fast ein spiritueller Einstieg, als das Barcamp mit Andreas Session über „Sinusstudie, Kirche und Social Media“ angefangen hat. Das Wort „Ekelgrenzen“ aus einer aktuellen soziologischen Studie beschreibt den Zustand, dass Menschen aus verschiedenen Milieus oft sehr schwer mit Menschen aus anderen Milieus auskommen; genauergesagt sind die „Ekelgrenzen“ die harten Grenzlinien zwischen manchen Milieus. (Uncharmantes) Beispiel: Arztsöhnen ekelt vor Proleten. Wo ist meine, deine, … Ekelgrenze? Wie können wir unseren „Ekel“ überwinden? Ist es überhaupt möglich, den „Ekel“ mancher Menschen vor der Kirche von unserer Seite aus abzubauen? Oder ist das unmöglich und braucht deswegen gar nicht Ziel sein? Auch die „Ekelgrenzen“ sind ein Gebiet, auf dem es sich weiterzudenken lohnt.

Aus der Session „Social Media in Wort und Bild“ (von Michael Kraml) habe ich mir den Hunger mitgenommen, den vielen Worten (wo auch immer, aber besonders in den Gottesdiensten) Audio und Bild entgegenzusetzen, ihnen Raum zu geben, manches mit Bildern und Audiodateien auszuprobieren. Umsetzung folgt. (2012?!)

Das Erlebnis des Barcamps war allerdings zweifelsfrei das Barcamp an sich. Als erstmaliger Teilnehmer war ich fasziniert von den spontanen und unchaotischen Prozessen der Themenfindung und des Tagesablaufs. Dass eine Gruppe bunt zusammengewürfelter Erwachsener, die sich nur zum Teil kennen, ohne Tumult und mit viel persönlichem Gewinn für jede(n) miteinander auskommt, und v.a. auf welche Art und Weise das passiert, das war erkenntnisreich. Bin froh, dabei gewesen zu sein! Und wenn es sich ausgeht – ich bin gerne wieder bei einem nächsten Mal dabei!

Die beiden Fotos sind von Clemens Wipplinger und sind seinem cc-Flickr-Album zum Barcamp entnommen.

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